BARNA BENEDEK

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BARNA BENEDEK

Mit der Ausstellung Fusion erfülle ich einen lang gehegten Wunsch und würdige einen Künstler, der für mich einer der bedeutendsten konkret konstruktiven Künstler der Gegenwart ist – Barna Benedek. Das Schaffen von Barna Benedek hat eine besondere Bedeutung für mich, denn er versucht nicht, die sichtbare Wirklichkeit nachzuahmen, sondern eine neue, unbekannte, unerforschte Wirklichkeit sichtbar zu machen. Dafür expandiert er räumliche Situationen und erzeugt mit Hilfe von visuellen Vibrationen und Schwingungen kognitive und emotionale Resonanzen zwischen dem Werk und dem Betrachter. Barna Benedek spiegelt nicht eine bestimmte Realität wider, er vergleicht nicht, er verweist nicht durch Andeutungen oder Allegorien auf eine andere Realität, sondern offenbart eine vollkommen neue Realität und ihre Transformation, was wiederum seinem Werk eine einzigartige Authentizität verleiht. Im Gegensatz zu den Surrealisten, deren Ziel es war, etwas Traumhaftes, Unbewusstes, Phantastisches und Absurdes darzustellen, spricht Barna Benedek nicht das Unterbewusstsein an, sondern direkt die sensorische Wahrnehmung, er berauscht nicht den kreativen Geist, sondern macht ihn durch die Offenlegung der Mechanismen der Wirklichkeitsinterpretation wach und nüchtern.

Die Ausstellung vereint zwei wichtige Werkserien aus unterschiedlichen Schaffensphasen; es ist eine Zusammenschau von alten und neuen Werken. Seit Beginn seines Schaffens ist Barna Benedek obsessiv mit dem Ordnungsprinzip sowie dem Einfangen vom Licht auf dem Bildträger beschäftigt. In seinen neuesten Werken bezieht Barna die 3. Dimension in die zweidimensionale Darstellung ein. Dadurch gelingt es ihm, in ein und derselben Darstellung verschiedene Realitätsebenen zu verbinden, gleichsam spiegelt er die optische Illusion im realen räumlichen Objekt und umgekehrt und eröffnet so das Thema der Ambivalenz der Grenzen unterschiedlicher Illusionsebenen. Nähe und Distanz, Konzentration und Entspannung, Licht und Schatten, Stille und Vibration, Progression und Degression, Realität und Täuschung etc. sind charakteristisch für sein Werk. Wie das Leben manchmal ein neues Bewusstsein oder eine Aktualisierung der Weltanschauung erfordert, welche durch Rückzug und Entfernung ermöglicht wird, setzen Barna Benedeks Werke eine dynamische Betrachtungsweise, mithin die physische Annäherung und Entfernung, voraus. Dadurch werden Autonomie und Eigenleben des Dargestellten möglich und Barna Benedeks strenge Kompositionen lebendig.

Xenia Petrischenko
M.A. Internationales Kunstmanagement

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